KTM RC 8C Test am Red Bull Ring

Streng limitiert und super edel - 1000PS durfte sie fahren!

Sie wurde im Sommer 2021 vorgestellt und war augenblicklich ausverkauft. Kein Wunder bei einer Limitierung auf nur 100 Stück. 1000PS hat die einmalige Gelegenheit für einen Test der edlen Rennfeile am österreichischen Red Bull Ring bekommen. Ultra leicht, ultra direkt, ultra minimalistisch so könnte man den Versuch starten die RC 8C in Kurzform zu beschreiben. Redakteur Mex durfte ran und war schwer angetan.

KTM RC 8C - das Track-Only Motorrad aus Mattighofen

Ready-to-Race - in diesem Fall mehr als je zuvor, denn die RC 8C ist als reines Rennstreckenmotorrad konzipiert. Keine Strassenzulassung bedeutet klarerweise auch kein unnötiger Ballast, welcher auf der Rennstrecke ohnehin nicht benötigt wird. So entsteht eine sehnige und minimalistische Fahrmaschine, welche nur 140 Kilogramm auf die Waage bringt. Der Schriftzug "Krämer Motorcycles" auf der Verkleidung, wie auch auf einigen Bauteilen deutet bereits an, dass die RC 8C jedoch keine Eigenentwicklung aus Mattighofen ist. Die GP2 R des deutschen Motorradbauers Krämer stellt die Basis dar und diese wurde von KTM weiter veredelt.

KTM 890 Motor als Herzstück der RC 8C

Das Herzstück der Maschine stammt naturgemäss aus dem KTM Regal. Der aus dem 890er Modellprogramm bekannte Reihen-2-Zylinder mit 889 ccm findet auch in der RC 8C Verwendung. Das schlanke und leichte Antriebskonstrukt liefert - befreit von Euro Normen - 128 PS und 101 Nm. Die offene Akrapovic Titan Auspuff-Anlage trägt ihr übriges zu maximaler Gewichtsersparnis bei optimaler Leistung und schlanker Optik bei. In jedem Fall entpuppen sich der Motor als echtes Sahnestück mit reichlich aber beherrschbarer Power in dieser leichten Rennfeile. Der grossartige Antritt aus der Mitte ist bereits von 890 Duke und Co bekannt. Ohne Rücksicht auf Lärm- und Abgas-Vorschriften dreht das Aggregat nochmal spürbar befreiter hoch und liefert auch im obersten Drehzahlbereich satt und willig Leistung ans Hinterrad.

KTM RC 8C liefert mit hochwertigem Chassis ultra direktes Feedback

Das hochwertige Chassis rund um den typischen Gitterrohrrahmen gibt dabei so unmittelbares und direktes Feedback, dass man niemals auf die Idee kommt eine Traktionskontrolle zu vermissen. Fein ansprechend aber bretthart im Grundsetup, informiert der Dämpfer über das einteilige Kunststoff-Heck und ein minimalistisches Racing Sitzpolster den Fahrer zum Grip-Zustand am Hinterrad. Nach bereits wenigen Runden stellt sich in den Beschleunigungsphasen, dank der unglaublichen Transparenz wie es um die Haftungsreserven bestellt ist, ein höchst Gefallen erregendes Vertrauen im Sattel ein.

Das bewährten WP 7746 Apex Pro Federbein bietet neben voller Einstellbarkeit der Dämpfungscharakteristik auch eine hydraulische Vorspannungs-Verstellung mittels Handrad, sowie auch eine generelle Längenverstellung. Das zuvor erwähnte, selbsttragende Heck fungiert gleichzeitig auch als 16-Liter-Tank. Diese Anordnung ermöglicht darüber hinaus eine sehr schlanke Tankabdeckung vorne mit Platz für Airbox und Elektronik.

Fahrwerk mit feinen Teilen aus dem WP Regal

Die ebenfalls voll einstellbare 43mm Upside-Down-Gabel von WP mit Closed Cartridge Technologie besitzt DLC beschichteten Standrohre, diese sehen nicht nur gut aus, sie verhelfen auch zu minimierten Losbrech-Momenten. Die knackig harte Abstimmung der Gabel passt zum Setup im Heck. Das Einlenkverhalten übers Vorderrad ist superb - willig und punktgenau lässt sich die RC 8C auf der Bremse Richtung Kurvenscheitel dirigieren. Im Radius positioniert, liegt sie satt und folgt mit chirurgischer Präzision der anvisierten Linie. Die Pirelli SC1 Superbike Slicks harmonieren mit diesem Paket perfekt und tragen ebenfalls ihren Teil zum ultrapräzisen Gesamtpaket bei.

KTM RC 8C - verzögern mit irre späten Bremspunkten

Schon in der Boxengasse zaubert der erste Griff auf den Bremshebel ein sanftes Lächeln ins Gesicht. Unfassbar knackiger Druckpunkt! Mit der RC 8C können dann auch in der Praxis sämtliche Bremspunkte erfreulich spät gesetzt werden. Das liegt zum einen an der standfesten Brembo Stylema Anlage mit 290er Doppelscheibe, kurzen Bremsleitungen und der RCS Corsa-Corta Bremspumpe, zum anderen spielt aber auch das geringe Gewicht und die bereits zuvor erwähnte, stabile Grundkonstruktion eine massgebliche Rolle beim späten Ankerwurf.

KTM RC 8C glänzt mit vielfältigen Verstellmöglichkeiten

Beschäftigt man sich länger mit der RC 8C, bemerkt man, dass es kaum einen Bereich an diesem Motorrad gibt, der nicht individuell eingestellt werden kann. 3-fach anpassbare Fussrastenposition, Lenkerstummel mit breitem Verstellbereich und eine mittels Exzenter variable Sitzhöhe sorgen für maximale ergonomische Flexibilität. Dabei gibt sich das Bike bereits im Auslieferungszustand ausreichend komfortabel und selbst für grossgewachsene Fahrer gut passend. Die durchgehend Orange GFK Verkleidung bot in unserem Test reichlich Platz und eine gute Aerodynamik auf den langen Geraden am Red Bull Ring. KTM gibt an, dass sie vom gleichen Team gestaltet und optimiert wurde, das auch die RC16 in der MotoGP entwickelt. Optisch lehnt man sich mit den ausladenden Winglets, ausgefranster Cockpitverkleidung und dem Schwingen-Spoiler in jedem Fall stark an das grosse Vorbild an.

Abgesehen von der Positionierung des Fahrers sind auch weitere Bereiche am Chassis, wie beispielsweise Gabelversatz und Steuerkopfwinkel, anpassbar. Experimentierfreudige Racer kommen hier voll auf ihre Kosten.

KTM RC 8C mit minimalistischer Elektronik

Ein AIM MXS 1.2 Race Bordcomputer mit 5" TFT Farb-Display informiert den Fahrer über die wichtigsten Parameter im Fahrbetrieb, dank integriertem Datalogger samt GPS Modul auch über Rundenzeiten. Die Bedieneinheiten wurden auf ein absolutes Minium reduziert. Am linken Lenkerende können mittels farbigen Knöpfen zwei Fahrmodi an der RC 8C ausgewählt werden. "Dry" und "Rain" sorgen der Benamung folgend für eine jeweils angepasste Gas-Annahme und Motocharakteristik. Daneben gibt es noch den Taster für den Pit-Limiter. Am rechten Lenkerende finden sich die Bedienelementen für Zündung und Motorstart. Ein herrlich aufgeräumter Arbeitsplatz ohne Schnickschnack!

Abschliessend sei noch erwähnt, dass ein wichtiges elektronisches Bauteil glücklicherweise aus der 890er Reihe von KTM übernommen wurde. Der bewährte "Quickshifter+" sorgt für sorgenfreies und zügiges Schalten ohne Kupplung. Rauf- wie runter rasten die Gänge auf kurzem Wege satt und präzise. Funktioniert erfreulich unauffällig und gliedert sich ausgezeichnet in das wertige Gesamtpaket mit ein.

Fazit: KTM RC 8C

Die KTM RC 8C wurde als reines Rennstreckenmotorrad konzipiert. Das sieht man an allen Ecken und Enden. Egal ob der Blick auf die austauschbaren Crashpads an Rahmen, Heck und Schwinge fällt oder bei genauerer Betrachtung die vielfältigen Verstellmöglichkeiten in Sachen Ergonomie ins Auge stechen - keine Frage, die RC 8C ist zu 100% Purpose-built! Keine Strassenzulassung bedeutet klarerweise auch kein unnötiger Ballast, welcher auf der Rennstrecke ohnehin nicht benötigt wird. Das spürt man auch im Fahrbetrieb deutlich. Extrem handlich bei gleichzeitig super stabilen und vertrauenserweckenden Fahreigenschaften, zaubert sie dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht. Wohl dem, der sie mal fahren darf! Bei nur 100 Stück weltweit wird sie ein eher seltener Anblick im Fahrerlager werden.


  • 100% Purpose-built
  • hochwertige Gesamt-Konstruktion
  • grossartiges Fahrwerk
  • tolle Möglichkeiten für perfekte Ergonomie
  • durchdachte Features für Racer
  • beherrschbare Leistung
  • kein Schnäppchen
  • Limitierung auf nur 100 Stück

Bericht vom 23.04.2022 | 8'720 Aufrufe

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