Yamaha Tracer 7 im Vergleich der kleinen Sporttourer 2022

Kann der CP2 Tourer noch immer überzeugen?

Yamahas CP2 Baureihe wird seit Anbeginn für ihre Vielseitigkeit und vor allem für den Schmalz des Zweizylinders gelobt. Eine Version - die tourentaugliche Tracer 7 - liessen wir im Kleine-Sporttourer-Vergleich gegen zwei harte Konkurrentinnen antreten. Zieht sie der CP2 als Erste über die Ziellinie?

Drei kompakte Sporttourer im Vergleich: Kawasaki Versys 650, Triumph Tiger Sport 660 und die Yamaha Tracer 7. Sie trennen viele Unterschiede, doch in einem Punkt sind sie sich gleich: Dem Preis. Alle Bikes kosten unter 10.000 Euro. Ein Fakt, der der Tracer 7 zum Verhängnis werden könnte. Wieso? Hier erfahrt ihr mehr.

Elektronisch zeigt sich die Tracer 7 puristisch

Bis auf ABS verzichtet man bei Yamaha auf jegliche Elektronik. Keine Fahrmodi, keine Traktionskontrolle und ein klassisches LC-Display. Eigentlich erfrischend, denn so braucht es keinerlei Einstellungen - Zündschlüssel umdrehen, Startknopf drücken und los gehts. Doch im Vergleich unserer Sporttourer hinkt sie dennoch nach. Die preislich ähnliche Konkurrenz von Yamaha und Triumph verfügt nämlich über Fahrmodi und Traktionskontrolle, was bei widrigen Bedingungen von Vorteil sein kann. Auch die Darstellung der TFT-Displays wirkt deutlich frischer als die LC-Anzeige der Yamaha. Wir hoffen auf ein tiefgreifendes Elektronikupdate mit der nächsten Tracer 7!

Yamahas CP2 Motor ist und bleibt eine Wucht

Den Missstand der Elektronik wollte ich gleich zu Beginn klären, denn sobald man den 689 ccm grossen Zweizylinder mit Hubzapfenversatz ins Leben feuert, versteht man die Beliebtheit des Motors. Die 74 PS und 68 Nm Drehmoment reissen derartig motiviert an der Kette, dass das Vorderrad auch im zweiten Gang noch gerne leicht wird. Sobald man die starken Lastwechsel bei niedriger Drehzahl überwunden hat, freut man sich über ein sauberes Ansprechverhalten und viel Fahrspass auch dank des sauber schaltenden Getriebes. Beim Vortrieb spielt der Yamaha natürlich auch ihr niedriges Gewicht in die Karten. Mit von uns gemessenen 197,5 Kilogramm ist sie bei weitem die leichteste Maschine - die Triumph Tiger Sport 660 wiegt immerhin 11 Kilogramm mehr.

Yamaha Tracer 7 Komfort und Soziustauglichkeit

Im Fahrbetrieb spürt man klar, dass eine MT-07 durch die Adern der Tracer 7 fliesst. Haben es die Yamaha Ingenieure dennoch geschafft, einen reinrassigen Tourer zu kreieren? Für sich gesehen ja, der Windschutz ist spürbar besser als auf dem Naked Bike, das Windschild lässt sich sogar mit nur einer Hand verstellen und die Sitzposition ist angenehm aufrecht. Im direkten Vergleich mit Tiger Sport 660 und Versys 650 wird aber schnell erkenntlich, dass die Yamaha das Sport in Sporttourer fokussiert. Im direkten Vergleich ist der Windschutz am schwächsten, die Sitzbank am unbequemsten und der Soziussitz am kompaktesten. Dennoch lassen sich Tagestouren bestimmt mit genügend Komfort bewerkstelligen.

Yamaha Tracer 7 Ergonomie
Die Ergonomie der Yamaha Tracer 7. Im Bild: Horvath mit 175 cm Größe.

Yamaha Tracer 7 Eindrücke auf der Landstrasse

Den Fokus auf Sport spielt der Yamaha im Winkelwerk deutlich in die Karten. Das niedrige Gewicht und die einstellbaren Federelemente vorne und hinten machen sie zum wendigsten Maschine im Vergleich, die dank der Motorcharakteristik richtig räudig aus dem Radius bläst. Eventuell wäre sie sogar etwas für potentielle Naked Bike Kunden, die ein spassiges Bike für die Landstrasse suchen, das mit bequemer Ergonomie und besserem Windschutz überzeugt.

Das einzige Manko findet sich im Ansprechverhalten der Bremse. Die 282 mm Doppelscheibe mit Vierkolben-Anker braucht bei sportlicher Gangart einen kräftigen Zug am Hebel, damit die volle Verzögerung eintritt. Auf der Kawasaki war das Gefühl ähnlich, nur die Triumph hat es geschafft, die Japaner auszustechen.

Wo platziert sich die Yamaha Tracer 7 im Sporttourer Vergleich 2022?

Sporttouring - also die Verbindung aus sportlichem Charakter und tourentauglichem Komfort. Die Yamaha Tracer 7 hat sich in unserem Vergleich definitiv als Sportskanone präsentiert. Sie ist puristisch, hängt mächtig am Gas und treibt zu noch mehr Schräglage. Das spiegelt sich auch im Datenblatt wider: Mit 17 Liter Tankvolumen hat die Yamaha das kleinste Spritfass. Am anderen Ende des Spektrums befindet sich die Kawasaki Versys 650 mit 21 Liter Tank, die einer Sänfte auf zwei Rädern gleichkommt. Mittig platziert sich die Triumph Tiger Sport 660, die den Spagat zwischen Sport und Reise in perfekter Ausführung präsentiert. Doch wer gerne Yamaha fahren möchte und mehr CP2 Tourentauglichkeit sucht, braucht nicht zu verzagen: Schliesslich gibt es ja noch die Yamaha Tracer 7 GT.

Yamaha Tracer 7 Windschild
Einmal ziehen bitte! Das Windschild der Tracer 7 lässt sich simpel und während der Fahrt arretieren.

Umfangreiches Zubehörprogramm treibt die Individualität

Die Tracer 7 GT punktet nämlich ab Werk bereits mit 20 Liter Touring-Seitenkoffer, Touring Windschild und einem Komfortsitz. Doch selbst die Standard Tracer kann mit dem umfangreichen Zubehörprogramm von Yamaha ausgestattet werden. Hier reden wir von optischen Komponenten wie einem Kennzeichenhalter oder von praktischen Parts wie Koffersysteme, Protektoren, Zusatzscheinwerfern oder Navi-Haltern.

Yamaha Tracer 7 Preis

Wer mit der coolen Optik der Yamaha Tracer 7 liebäugelt, aber ein paar Euro sparen will, darf sich freuen: Bevor sie zur Tracer 7 wurde, hörte das Modell noch auf den Namen Tracer 700, deren letzte Ausbaustufe bis auf die Euro4-Norm ident mit der aktuellen Tracer 7 ist. Aktuelle Preise findest du hier: Yamaha Tracer 7 und Tracer 700 kaufen

Fazit: Yamaha Tracer 7 2022

Wer ein Motorrad unter 10.000 Euro mit hervorragendem Motor, cooler Optik und Komfort sucht, ist bei der Yamaha Tracer 7 genau richtig. Das geringe Gewicht und das einstellbare Fahrwerk machen die Tracer 700 zu einem echten Kurvenräuber. Puristen wird es freuen, dass man bis auf ABS keine elektronischen Helferlein findet, beim Blick auf die Konkurrenz wirkt das aber nicht mehr ganz state-of-the-art.


  • kräftiger Motor
  • agiles Handling
  • einstellbares Fahrwerk
  • bequeme Ergonomie
  • coole Optik
  • grosse Auswahl an Zubehör
  • Lastwechsel bei niedriger Drehzahl
  • schwache Bremse
  • kaum Elektronik
  • wenig Windschutz im Vergleich zur Konkurrenz

Bericht vom 04.08.2022 | 10'620 Aufrufe

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