Die BMW R1300 GS im Sozius-Test

Zu zweit im Sattel des neuen Reiseenduro-Flaggschiffs aus München

Was ein ordentliches Reisemotorrad ist, will auch zu zweit bewegt werden. Aus diesem Grund schnappte sich Wolf unsere BMW R1300 GS, um mit ihr einen ganzen Tag zusammen mit seiner erfahrenen Sozia unterwegs zu sein. Schliesslich wird das neue Reiseenduro-Flaggschiff aus München auch wieder viele Paare zusammen auf ihren Touren begleiten. Hält sie, was ihre Vorgänger versprachen?

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Erfahrung von über 100.000 Kilometern durch 29 Länder hinten drauf

Wolfs Sozia Mel kann diesbezüglich schon Vergleiche anstellen, ist sie durch seinen Job als Motorrad-Tester doch schon auf unzähligen unterschiedlichen Modellen mitgefahren und hat nicht zuletzt dank ihrer gemeinsamen Reisen deutlich über 100.000 Kilometer durch 29 Länder (Albanien, Bosnien, Bulgarien, Deutschland, England, Estland, Finnland, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Moldawien, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schottland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn) hinten drauf absolviert.

Angenehmer Kniewinkel, aber nicht das üppigste Platzangebot

Und weil du für den ersten Eindruck keine zweite Chance hast, lässt sie diesen immer auch gleich in ihre "Bewertung" mit einfliessen. Und der war gleich nach dem Aufsteigen schon einmal richtig gut. "Der Kniewinkel ist sehr angenehm", flüsterte sie dem Wolf noch vor dem Losfahren ins Ohr - auch die Haltegriffe sind gut bzw. ohne irgendwelche Verrenkungen erreichbar. Das Platzangebot ist ordentlich, aber nicht das üppigste - da kann es für zwei stattliche Piloten durchaus schon einmal enger werden. Wolf mit seinen 1,75 und die schlanke, 1,60 Meter grosse Mel konnten diesbezüglich aber nicht klagen.

Die Kraft der GS reicht satt für das Fahren zu zweit

Beim Fahren zu zweit muss es freilich auch für beide passen, und der Fahrer "spürt" den Beifahrer auf der R1300 GS kaum. Leistung ist sowieso satt vorhanden, das Drehmomentwunder von einem Motor packt jederzeit kräftig an. Also gleich einmal ein Stück Autobahn, ehe es auf kurvenreichen Landstrassen Richtung Kalte Kuchl weiter geht. Der Wind- und Wetterschutz ist richtig gut, da gibt's für beide nichts zu meckern. Dadurch, dass man bei der GS mehr im, als auf dem Motorrad sitzt, hat auch der Sozius einen guten Überblick, was sich mit der flacheren Enduro-Sitzbank dann freilich relativiert.

Das gute Fahrwerk macht sich auch zu zweit positiv bemerkbar

Je schlechter die Strasse, desto mehr schätzt die Sozia das Fahrwerk und den damit verbundenen Fahrkomfort. Unebenheiten werden im eingestellten Road-Modus sanft weggebügelt. Annehmlichkeiten, die sich speziell dann fortsetzen, wenn man auf unbefestigte Wege abbiegt. Auch auf Schotter bietet die R1300 GS mehr Komfort als viele andere Motorräder, nicht jeder grössere Stein oder kleinere Hügel wird sofort eins zu eins auf den Hintern vermittelt.

Nicht unbedingt Top aber absolut bereit für die Reise zu zweit

Unterm Strich fühlte sich Mel auf der neuen grossen GS sehr wohl und würde ihr nach Schulnoten ein "Gut" verpassen. Zur eins bzw. einem "Sehr Gut" mangelt es im Vergleich zum Vorgänger bzw. auch anderen Reiseenduros ein wenig am Platzangebot und auch die Qualität des Sitzpolsters gibt es besser - was man nach zwei, drei Stunden im Sattel dann doch spürt. Beides Dinge, die eventuell mit einem anderen Sitz aus dem reichhaltigen Zubehör-Angebot zu beheben sein könnten. Insgesamt sieht sie die R1300 GS aber absolut als bereit für die Reise zu zweit, die durchaus auch richtig weit gehen darf - und auch der Fahrer würde ihr (nicht nur hier) niemals widersprechen…

Bericht vom 05.05.2024 | 12'901 Aufrufe

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