Yamaha YARD XSR 700@ The Reunion

Yamaha YARD XSR 700@ The Reunion

9 Länder - 1 Ziel: den besten Dirt Umbau der XSR 700 zu prämieren

Yamaha ist mit ihrem Faster Sons und YARD Projekten auf Festivals in ganz Europa vertreten. Der aktuellste Auftritt fand letztes Wochenende auf dem geschichtsträchtigen Monza Circuit statt. Im Rahmen des “The Reunion” Festivals präsentiert Yamaha XSR 700 Umbauten unter dem Motto “Back to the Dirt”.

Ein Motto - Neun verschiedene Bikes

Das Motto des diesjährigen YARD Built Contest lautete “Back to the Dirt”. Damit beruft sich Yamaha auf die zahlreichen Offroad Erfolge in den 70er und 80ern im Rally, Enduro und MX Sport. Quasi als Tribut an diese Erfolge bauten D&G Motorsport (Italien), Kiddo Motors (Spanien), Sur Les Chapeaux De Roues (Frankreich), Hookie Co. (Deutschland), Capêlo's Garage und Elemental Rides (Portugal), hostettler (Schweiz), Ymoto (Tschechien), Yamaha Rainer Custom (Österreich) und Lamb Engineering (GB) eine aktuelle XSR 700 in ihrem Stil um. So vielfältig wie die Teilnehmer des Contests waren auch die Ergebnisse. Vom Twin Shock Monster der Briten über das fast zu schöne Bike der Portugiesen bis zum Tracer Tribute von Yamaha Rainer Custom war alles dabei.

Irrwitzige vielfalt der einzelnen Customizer

Keines der Bikes gleicht dem anderen, jeder Customizer setzte seine Ideen ganz individuell um. Zu den schönsten Umbauten zählen jene der Franzosen und Portugiesen. Offroadträchtige Speichenräder mit grobstolligen Reifen, im Fall der Franzosen mit Balloonreifen, schmale handgefertigte Alu Tanks, der sich um den Rahmen schmiegt. Weiters handgefertigte Sitzbänke und eigens entworfene Hecks. Ganz anders gingen es die Briten an, sie entfernten die Schwinge und bastelten einfach eine neue für die Twin Shock Suspension, vorne noch ein 21 Zoll Vorderrad und zusammen mit ein paar anderen feschen Lösungen war der Tribut an die MX Ära der 70er fertig. Ebenso geil wie Ohrenbetäubend ist die handgefertigte Auspuffanlage ohne jegliche Dämpfer. Eine Dekade später ist das Bike der Italiener, ihr Bike ist eine Hommage an die Rally Erfolge der 80er Dakar Bikes - grosser klobiger Tank, 21er Vorderrad und das alles in schlichtem weiss mit dem roten Yamaha Balken. Ganz andere Wege gingen die Spanier, sie entwarfen ein Bike, dass fast zu Schade für den Dreck ist, ringsum gebürstetes Alu, Öhlins Federbein und die Gabel der MT09. In die gleiche Kerbe schlägt das Bike der Deutschen, viel Alu und Plexi erhöhen zwar nicht die Offroad Usability, allerdings ist dieser Beitrag von den Hookie Jungs für mich der schönste XSR 700 Umbau. Übrigens gibt es auch Pläne die Umgebauten Teile als Kit zum Selbstumbau anzubieten. Auch sehr schön ist das Bike der schweizer Hostettler Jungs. Unter dem Projektnamen Coyote verbinden sie Design mit Praxistauglichkeit. Denn genau dieses Bike gewinnt auch die Enduro Sonderprüfung. Als rauher Rallyumbau lässt sich der tschechische Beitrag einordnen. Er zeigt sich mit grossen Blunzentank und Roadbook. Auf den ersten Blick könnte man den österreichischen Beitrag von Rainer Custom als “easy Job” abstempeln. Allerdings beruht der Umbau nicht auf einer Tracer, wie man vermuten könnte. Die Ausgangsbasis wurde komplett gestript und auf Offroad getrimmt.

The Reunion 2019

Das Festival fand dieses Jahr zum vierten Mal statt. Austragungsort war wieder das geschichtsträchtige Autodromo Monza. Eine der schönsten Rennsportanlagen die ich bis jetzt gesehen haben. Der Ring ist ringsum von Parkanlagen umgeben und für die Öffentlichkeit geöffnet. So trifft man auf der altehrwürdigen Steilkurve auf Jogger und Spaziergänger. Apropo für die Öffentlichkeit geöffnet - “The Reunion” ist für jedermann frei zugänglich also gratis, leider machte dieses Jahr das Wetter einen Strich durch die Rechnung der Veranstalter. Pünktlich zur Eröffnung am Freitag begann es zu Regnen und so blieb das Wetter über das ganze Wochenende. Die Besucherzahlen aus dem Vorjahr (15.000 Besucher) wurden bei Weitem nicht erreicht.

Das Wetter machte auch das Sprintrace zunichte. Als Sideevents werden der Start der Deus Rally, ein Flattrack Rennen und ein 1/4 Meilen Sprintrennen bei "The Reunion" ausgetragen. Während die beiden Offroad Events zur gatschigen Partie varkamen, musste das Sprintrennen abgesagt werden. Die Freude darüber hielt sich natürlich in Grenzen, allerdings machte die international angereisste "Sultan of Sprint" Truppe das Beste daraus und feierte eine 3tägige Party. Neben den Customizern die ihre besten Umbauten im Rahmen des Festivals zur Schau stellten, gesellten sich noch eine Reihe Food Trucks sowie viele namhafte Motorrad Hersteller. Zusammengefasst ist "The Reunion" ein nettes Festival mit zahlreichen lässigen Bikes coolen Sideevents und einer guten Organisation. Bleibt zu hoffen, dass die wetterbedingten mauen Besucherzahlen sich nicht negativ auf "The Reunion 2020" auswirken.

Bericht vom 22.05.2019 | 2'888 Aufrufe

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