KTM 1190 Adventure Gebrauchtberatung - Modelle, Probleme & Tipps

Die sportliche Grossenduro im Gebrauchtcheck

Die KTM 1190 Adventure brachte ab 2013 kompromisslose Performance ins Segment der Grossenduros. Diese Gebrauchtberatung zeigt, was Adventure und Adventure R ausmacht und worauf Käufer achten sollten.

Mit der 1190 Adventure schlug KTM 2013 ein neues Kapitel im Adventure-Segment auf. Während viele Wettbewerber den Fokus klar auf Komfort und Langstrecke legten, setzte KTM konsequent auf Fahrdynamik, Leistung und sportliche Gene. Der 150 PS starke V2 aus der RC8 brachte Superbike-Niveau in die Welt der Reiseenduros und machte die 1190 Adventure zu einem der leistungsstärksten Motorräder ihrer Klasse. Trotz dieser brachialen Performance blieb sie erstaunlich alltagstauglich und tourenfreundlich. Mit der zusätzlich angebotenen 1190 Adventure R stellte KTM eine kompromisslos geländetaugliche Variante auf die Räder, die sich klar an Offroad-orientierte Fahrer richtete. Heute gilt die 1190 Adventure als Meilenstein in der Entwicklung moderner Grossenduros und als spannende Alternative für sportlich ambitionierte Gebrauchtkäufer.

Modellhistorie der KTM 1190 Adventure und 1190 Adventure R

Die KTM 1190 Adventure wurde im Jahr 2013 als Nachfolgerin der 990 Adventure vorgestellt. Ziel war es, die sportliche KTM-DNA stärker denn je mit moderner Elektronik und verbesserter Alltagstauglichkeit zu verbinden. Herzstück beider Versionen ist der 1.195 cm³ grosse LC8-V2, der aus der RC8 abgeleitet wurde und rund 150 PS leistet. Damit positionierte sich die 1190 Adventure klar an der Spitze ihres Segments. Bereits zum Marktstart bot sie Ride-by-Wire, mehrere Fahrmodi, abschaltbares ABS und Traktionskontrolle.

Parallel zur Standardversion brachte KTM die 1190 Adventure R auf den Markt. Sie unterschied sich durch ein 21-Zoll-Vorderrad, längere Federwege, eine höhere Sitzbank, eine einteilige schmale Sitzbank sowie eine klar auf Geländeeinsatz ausgelegte Ergonomie. Die normale 1190 Adventure war stärker auf Strasse und Reisebetrieb fokussiert, verfügte über kleinere Räder, eine zweiteilige Sitzbank und optional über das elektronische Fahrwerk EDS.

KTM 1190 Adventure und 1190 Adventure R.
KTM 1190 Adventure und 1190 Adventure R.

Im Modelljahr 2014 erhielt die 1190 Adventure ein wichtiges technisches Update. KTM führte das von Bosch entwickelte Motorcycle Stability Control System ein, inklusive schräglagenabhängigem Kurven-ABS und weiter verfeinerter Traktionskontrolle. Damit war die 1190 Adventure eines der ersten Serienmotorräder weltweit mit dieser Technologie. Viele frühe 2013er-Modelle konnten per Software-Update nachgerüstet werden.

2015 erfolgten keine grundlegenden Modellpflegen, jedoch zahlreiche Detailverbesserungen. KTM reagierte auf erste Langzeiterfahrungen und optimierte unter anderem den Anlasser, die Hitzeabschirmung sowie den Luftfilterkasten. Diese Änderungen verbesserten Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit spürbar. Optisch gab es neue Farbvarianten, technisch blieb das Konzept unverändert.

Das Modelljahr 2016 markierte das letzte Produktionsjahr der KTM 1190 Adventure und Adventure R. Grössere Neuerungen gab es nicht mehr, da KTM den Fokus bereits auf die Nachfolgemodelle legte. Abgelöst wurde die 1190 Adventure schliesslich durch die 1090 Adventure und die 1290 Super Adventure, die das Konzept weiter ausdifferenzierten. Trotz der relativ kurzen Bauzeit geniesst die 1190 Adventure bis heute einen besonderen Ruf als besonders sportliche, fahraktive und charakterstarke Grossenduro.

Testeindrücke zur KTM 1190 Adventure / R

1000PS Testeindruck 2013: KTM 1190 Adventure als neuer Massstab

Im Test 2013 hinterliess die KTM 1190 Adventure einen extrem starken Eindruck und wurde als eine der besten Testfahrten überhaupt beschrieben. Besonders hervorgehoben wurden Bremsen, Getriebe und Traktion, die auf einem Niveau lagen, das man zuvor eher von Superbikes kannte. Trotz dieser enormen Performance blieb die Adventure auch auf schlechten Strassen völlig souverän und liess sich nicht aus der Ruhe bringen. KTM gelang es, Fahrdynamik und Alltagstauglichkeit erstmals in dieser Form zu vereinen. Die Ergonomie wurde als sehr gelungen beschrieben, auch wenn die Gabel etwas straffer sein dürfte. Elektronische Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle überzeugten durch intuitive Bedienung und praxisnahe Abstimmung. Insgesamt markierte die 1190 Adventure einen klaren Meilenstein im Segment der Grossenduros.

Von Anfang an war die 1190 Adventure ein Motorrad, welches auch die sportliche Fraktion begeistern konnte.
Von Anfang an war die 1190 Adventure ein Motorrad, welches auch die sportliche Fraktion begeistern konnte.

1000PS Vergleich 2013: KTM 1190 Adventure vs. Adventure R

Im direkten Vergleich zeigte sich die klare Ausrichtung der beiden Varianten. Die KTM 1190 Adventure überzeugte als extrem leistungsfähige Allround-Grossenduro mit hoher Alltagstauglichkeit und beeindruckender Fahrdynamik auf der Strasse. Die Adventure R setzte jedoch im Gelände noch einmal deutlich einen drauf. Mit grösserem Vorderrad, schmalerer einteiliger Sitzbank und auf Offroad-Betrieb abgestimmter Ergonomie bot sie spürbare Vorteile abseits des Asphalts. Während die Standardversion bereits mehr Geländetauglichkeit mitbrachte als viele Konkurrentinnen, wurde die Adventure R als aktuell beste Grossenduro für harten Geländeeinsatz eingeordnet. Die klare Empfehlung lautete: Adventure R für ernsthafte Offroad-Abenteuer, Standardversion für überwiegenden Strasseneinsatz mit gelegentlichen Abstechern ins Gelände.

1000PS Roadshow-Test: KTM 1190 Adventure als universelles Motorrad

Im Roadshow-Test wurde die KTM 1190 Adventure als eine der universellsten Grossenduros am Markt beschrieben. Ihr 150 PS starker V2-Motor aus der RC8 lieferte mehr Leistung, als man von einer Reiseenduro erwarten würde, blieb dabei jedoch dank homogener Kraftentfaltung jederzeit gut kontrollierbar. Die Sitzposition wurde als sehr komfortabel und gleichzeitig fahraktiv beschrieben, wodurch sich die 1190 Adventure erstaunlich sportlich bewegen liess. Fahrwerk und Bremsen überzeugten gleichermassen mit Präzision und Reserven, wobei das Kurven-ABS als technisches Highlight hervorgehoben wurde. Abgesehen von einer leichten Drehmomentschwäche unterhalb von 3000 Umdrehungen blieb kaum Raum für Kritik. Insgesamt bestätigte der Test den Eindruck einer hochreifen, extrem vielseitigen Grossenduro mit beeindruckender Fahrdynamik.

Bekannte Probleme und typische Schwachstellen der KTM 1190 Adventure

Die KTM 1190 Adventure gilt grundsätzlich als leistungsstarkes und hochwertiges Motorrad, bringt aber einige bekannte Schwachstellen mit, die man beim Gebrauchtkauf kennen sollte. Besonders frühe Baujahre 2013 und 2014 zeigten Kinderkrankheiten beim Startsystem. Der kräftige V2 fordert Batterie und Anlasser stark, was bei kalten Temperaturen zu Startproblemen führen konnte. KTM reagierte später mit einem stärkeren Anlasser, viele ältere Modelle wurden entsprechend umgerüstet. Ebenfalls häufig thematisiert wird die Hitzeentwicklung im Bereich des hinteren Zylinders und der Auspuffanlage, die vor allem im Sommer unangenehm werden kann. Ab späteren Baujahren verbesserte KTM die Hitzeschilde, bei älteren Maschinen helfen Zubehörlösungen zuverlässig.

Ein weiterer bekannter Punkt ist der Luftfilterkasten. Bei intensiver Offroad-Nutzung konnte feiner Staub an der Dichtung vorbei in den Ansaugtrakt gelangen, was im Extremfall zu erhöhtem Motorverschleiss führte. Dieses Thema betrifft vor allem ungefilterten Geländeeinsatz und lässt sich durch modifizierte Luftfilterlösungen gut entschärfen. Gelegentlich werden auch verstopfte Kraftstofffilter oder leichte Undichtigkeiten an Motordeckeln genannt. Insgesamt sind die Schwächen bekannt, gut dokumentiert und meist lösbar, erfordern aber ein gewisses Mass an Aufmerksamkeit.

Laufleistungen und Zuverlässigkeit im Langzeiteinsatz

Die Langzeiterfahrungen mit der KTM 1190 Adventure fallen überwiegend positiv aus, sofern Wartung und Pflege ernst genommen werden. Laufleistungen von 40.000 bis 60.000 Kilometern gelten als völlig unkritisch, zahlreiche Maschinen haben deutlich höhere Kilometerstände erreicht. Der LC8-V2 ist grundsätzlich robust konstruiert, verlangt aber regelmässige Wartung und qualitativ hochwertiges Öl. Besonders Vielfahrer berichten, dass der Motor bei sachgemässer Pflege auch über lange Distanzen hinweg zuverlässig bleibt und seine Leistung konstant abliefert.

Trotz ihrer Sportlichkeit ist die KTM 1190 Adventure ein robustes Motorrad. Sie braucht aber durchaus Liebe bei Pflege und Wartung.
Trotz ihrer Sportlichkeit ist die KTM 1190 Adventure ein robustes Motorrad. Sie braucht aber durchaus Liebe bei Pflege und Wartung.

Unterschiede zeigen sich vor allem im Einsatzprofil. Strassendominiert gefahrene 1190 Adventure-Modelle erweisen sich als langlebiger und problemloser als intensiv im Gelände bewegte Maschinen. Die Adventure R wird häufiger hart offroad bewegt, was sich langfristig stärker auf Fahrwerk, Lager und Antrieb auswirken kann. Insgesamt ist die 1190 Adventure kein sorgloses Kilometerfresser-Motorrad im klassischen Sinne, aber bei guter Betreuung ein sehr zuverlässiger Begleiter mit beeindruckender Langstreckentauglichkeit.

Beliebte Modifikationen und Optimierungen

Kaum eine KTM 1190 Adventure bleibt im Serienzustand. Besonders verbreitet sind Modifikationen zur Verbesserung von Komfort, Hitzeabschirmung und Offroad-Tauglichkeit. Viele Besitzer rüsten grössere oder anders geformte Windscheiben nach, um den Windschutz individuell anzupassen. Ebenso beliebt sind Komfort-Sitzbänke, da die serienmässige Bank von manchen Fahrern als recht straff empfunden wird. Für Vielfahrer gehören Heizgriffe, Zusatzsteckdosen und Navigationshalter fast zum Standard.

Technisch werden häufig verbesserte Luftfilterlösungen verbaut, insbesondere bei Offroad-affiner Nutzung. Auch Hitzeschutzbleche und isolierende Abdeckungen sind gängige Massnahmen. Im Fahrwerksbereich greifen sportlich ambitionierte Fahrer zur individuellen Abstimmung der WP-Komponenten, während Reiseorientierte oft das elektronische Fahrwerk EDS schätzen. Gepäcksysteme, Sturzbügel und Motorschutzplatten zählen bei beiden Versionen zu den beliebtesten Umbauten und machen die 1190 Adventure zu einem sehr vielseitigen Reisemotorrad.

Gebrauchtmarktsituation der KTM 1190 Adventure im DACH-Raum

Die KTM 1190 Adventure ist im deutschsprachigen Raum gut verfügbar, da viele Fahrzeuge nach dem Erscheinen der 1290er-Modelle auf den Gebrauchtmarkt kamen. Preislich bewegt sich die Standardversion meist zwischen etwa 8.000 und 10.000 Euro, abhängig von Baujahr, Laufleistung und Zubehör. Die Adventure R ist in der Regel etwas teurer, da sie seltener ist und eine höhere Nachfrage bei Offroad-orientierten Käufern geniesst.

Am Gebrauchtmarkt gibt es einige Angebote für 1190 Adventure Modelle. Sofern sie nicht zu sehr auf Offroad-Pisten geschunden wurden, kann man auch bei höheren Laufleistungen zuschlagen.
Am Gebrauchtmarkt gibt es einige Angebote für 1190 Adventure Modelle. Sofern sie nicht zu sehr auf Offroad-Pisten geschunden wurden, kann man auch bei höheren Laufleistungen zuschlagen.

Besonders gefragt sind gepflegte Modelle ab Baujahr 2015, da hier viele der frühen Schwächen bereits ab Werk verbessert wurden. Gut ausgestattete Maschinen mit umfangreichem Zubehör erzielen stabile Preise. Insgesamt zeigt sich die 1190 Adventure relativ wertstabil, da sie ein eigenständiges, sportliches Konzept bietet und sich klar von komfortorientierten Konkurrenzmodellen abhebt. Für Käufer, die Leistung, Fahrdynamik und Charakter suchen, bleibt sie eine sehr attraktive Option auf dem Gebrauchtmarkt. Alle aktuellen Angebote und Preis zur KTM 1190 Adventure findest du hier.

Reifenempfehlung für die KTM 1190 Adventure / R

Für strassenorientierte KTM 1190 Adventure (R) Fahrer ist der Metzeler Tourance Next 2 eine besonders ausgewogene Reifenempfehlung. Dank seiner Radialbauweise mit 0-Grad-Stahlgürtel und der INTERACT™-Technologie bietet er ein sehr präzises, neutrales Handling und vermittelt unter allen Bedingungen ein hohes Mass an Sicherheit. Besonders bei Nässe setzt der Tourance Next 2 Massstäbe, da neue Gummimischungen und die METZELER Hyperbase-Konstruktion für ausgezeichnetes Gripniveau und kurze Bremswege sorgen, selbst bei niedrigen Temperaturen. Über die gesamte Lebensdauer bleibt das Fahrverhalten konstant und berechenbar, was ihn ideal für lange Touren macht. Auch bei voller Beladung oder mit Sozius überzeugt der Reifen mit hoher Stabilität, Spurtreue und Komfort und passt damit perfekt zum reisefokussierten Charakter der 1190 Adventure.

Wer auch einmal gerne ins lose Gelände abbiegt, dem ist der Metzeler Karroo 4 ans Herz zu legen. Der 50-50 Reifen bietet viel Grip im Schotter, hat ein gutes Mass an Selbstreinigung bei Schlamm und funktioniert dennoch sehr gut auf dem Asphalt.

Alternativen zur KTM 1190 Adventure

Honda CRF1100L Africa Twin - geländetauglicher Allrounder

Die Honda Africa Twin steht für offroad-fähige Adventure-Tourer mit robuster Technik und weitgehender Alltagstauglichkeit. Im Vergleich zur KTM 1190 Adventure ist die Africa Twin meist geländefreundlicher, mit einsteigerfreundlicherem Fahrverhalten und klassischer Honda-Zuverlässigkeit. Sie ist eine gute Wahl für Fahrer, die ihr Motorrad regelmässig auch abseits befestigter Wege nutzen wollen, aber nicht notwendigerweise den extrem sportlichen Charakter der KTM bevorzugen.

Triumph Tiger 1200 - stark motorisiert und vielseitig

Die Triumph Tiger 1200 ist eine weitere starke Alternative im Large-Adventure-Segment. Sie bietet einen kräftigen Reihenzweizylinder, sehr gutes Drehmoment aus dem unteren Drehzahlbereich und ein komfortables, souveränes Fahrwerk. Gegenüber der 1190er wirkt die Tiger oft etwas gemütlicher und kultivierter, eignet sich aber ebenso für sportliche Landstrassenfahrten. Zudem bietet sie ein sehr durchdachtes Elektronikpaket (verschiedene Fahrmodi, Cornering ABS), einen komfortbetonten Sitz und harmonische Ergonomie - eine gute Option für Allround-Tourer, die weniger racing unterwegs sein wollen.

Ducati Multistrada 1200 - sportliche Grand-Tourer-Variante

Die Ducati Multistrada 1200 besticht durch starke Performance, hochwertige Komponenten (z. B. Öhlins-Fahrwerk, elektronische Dämpfer) und italienischen Charakter. Im Vergleich zur KTM ist die Multistrada oft komfortabler auf der Strasse, mit einer sehr erwachsenen Federungs- und Elektronikabstimmung, die sich automatisch an das Tempo und Gelände anpasst (Ducati Skyhook Suspension). Wer viel Asphaltkilometer und sportlichen Touren-Charakter sucht, findet in der Multistrada eine hoch entwickelte und sehr fahraktive Alternative.

Batterieempfehlung für Gebraucht-Motorräder

Batterien sind bei vielen Motorrädern eine Schwachstelle - besonders wenn günstige No-Name-Modelle verwendet werden. Yuasa-Batterien bieten die beste Zuverlässigkeit, gute Startleistung und die geringste Ausfallquote. Gerade bei der Speed Triple lohnt es sich, hier nicht zu sparen. Tiefentladung im Winter ist ein häufiger "Batteriekiller" - regelmässiges Laden verlängert die Lebensdauer deutlich.

Die richtige Schmierung für Gebrauchtmotorräder

Noch ein wichtiger Punkt bei gebrauchten Maschinen: Um deinem Gebrauchtmotorrad etwas Gutes zu tun, empfehlen wir regelmässige Ölwechsel. 1000PS vertraut dabei auf Schmierstoffe von Motorex und hier findest du das richtige Öl für dein Motorrad.

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Bericht vom 27.12.2025 | 7.377 Aufrufe

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