Erzbergrodeo 2026: Letti unschlagbar

5. Sieg in Folge für den Hardenduro-Dominator

Lettenbichler schreibt Geschichte, Elektrobikes setzen ein Ausrufezeichen, 2 Österreicher im Ziel

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Die 30. Ausgabe des Red Bull Erzbergrodeo bot alles, was das härteste Extreme-Enduro-Rennen der Welt auszeichnet: perfektes Wetter, eine brutal selektive Strecke, packende Zweikämpfe und einen Sieger, der sich endgültig in die Geschichtsbücher des Hard-Enduro-Sports einträgt. Manuel Lettenbichler gewann auf seiner KTM zum fünften Mal in Folge am ”Berg aus Eisen” und zog damit mit den beiden Erzberg-Legenden Taddy Blazusiak und Graham Jarvis gleich.


500 Fahrer aus aller Welt stellten sich um Punkt 13:00 Uhr der Herausforderung. Nach dem traditionellen Startschuss durch Erzbergrodeo-Mastermind Karl Katoch gemeinsam mit KTM-CEO Gottfried Neumeister, Heinz Kinigadner, Landeshauptmann Mario Kunasek und Eisenerz-Bürgermeister Thomas Rauninger ging es auf die rund 35 Kilometer lange Strecke mit ihren berüchtigten Hindernissen und 27 Checkpoints.


Erzbergrodeo 2026
500 Starter stellten sich im Hare Scramble dem Erzberg

X-Grip-Team vom Start weg stark unterwegs

Bereits kurz nach dem Start setzte sich Mitch Brightmore vom österreichischen X-GRIP Racing Team an die Spitze. Der Brite auf GASGAS erwischte einen perfekten Auftakt und führte zunächst vor Lettenbichler und Trystan Hart. Lange konnte er den Deutschen jedoch nicht hinter sich halten. Bereits am vierten Checkpoint übernahm Lettenbichler die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab.


Während Brightmore in der Anfangsphase noch Druck ausüben konnte, begann sich das Rennen spätestens nach den ersten Waldpassagen zu sortieren. Gemeinsam mit Trystan Hart bildete sich zunächst eine Spitzengruppe, während Jonny Walker und Teodor Kabakchiev den Kontakt zu halten versuchten. Besonders Walker zeigte eine starke Leistung und lag bis Checkpoint zehn auf Rang vier, ehe ihn ein Ast durch den Kühler seiner Triumph zur Aufgabe zwang.


An der Spitze kontrollierte Lettenbichler das Geschehen zunehmend. Der Deutsche profitierte von einem sauberen Rennverlauf, vermied grössere Fehler und konnte seinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Selbst ein Sturz zur Rennmitte, bei dem er sich die Hand aufschürfte, brachte ihn nicht aus dem Konzept. Nach 3:05:39 Stunden erreichte er die Milwaukee Action Arena mit knapp acht Minuten Vorsprung auf Trystan Hart.


Mit seinem fünften Erzberg-Sieg in Serie schliesst Lettenbichler nun zu zwei der grössten Namen des Sports auf. Blazusiak gewann das Erzbergrodeo zwischen 2007 und 2011 ebenfalls fünfmal hintereinander, Graham Jarvis hält ebenfalls fünf Siege. Dass Lettenbichler bereits das nächste Ziel vor Augen hat, machte er nach dem Rennen deutlich: Er möchte zum erfolgreichsten Fahrer der Erzberg-Geschichte werden.


Manuel Lettenbichler
5. Sieg in Folge für Letti

Trystan Hart lange knapp hinter Letti

Hinter dem Dominator entwickelte sich ein spannender Kampf um die restlichen Podestplätze. Trystan Hart hielt lange den zweiten Rang, während Mario Roman von hinten immer stärker wurde. Der Spanier arbeitete sich kontinuierlich nach vorne und mischte sich gemeinsam mit Kabakchiev, Brightmore und James Moore in den Kampf um die Spitzenplätze ein.
Die Positionen wechselten mehrfach, doch Roman zeigte insbesondere in der zweiten Rennhälfte eine beeindruckende Performance. Am Ende musste er sich lediglich Hart geschlagen geben. Der Kanadier sicherte sich Rang zwei mit 8:30 Minuten Rückstand auf Lettenbichler, Roman komplettierte das Podium als Dritter. Teodor Kabakchiev brachte seine Sherco auf Platz vier vor Mitch Brightmore, der den hohen Aufwand der Anfangsphase im weiteren Rennverlauf etwas bezahlen musste.


Eine starke Leistung zeigte auch der Südafrikaner James Moore. Der Junioren-Weltmeister kämpfte sich auf Rang sechs und bestätigte damit sein grosses Potenzial auf internationaler Bühne. Bester Österreicher wurde Privatier Michael Walkner mit einer extrem starken Performance auf Platz sieben. Auch der Altlengbacher Didi Rudolf, der nach wie vor an einer langwierigen Rückenverletzung laboriert und derzeit nur wenige Trainings auf dem Betriebsstundenzähler vorweisen kann, erreichte erneut als 14. den Gipfel.


Trystan Hart
Trystan Hart souverän auf Rang 2

E-Bikes am Vormarsch

Für einen der bemerkenswertesten Aspekte des Rennens sorgten allerdings die Elektromotorräder, die erstmals am Erzberg startberechtigt waren - ein Akkuwechsel war laut Reglement erlaubt. Gleich drei elektrisch angetriebene Enduros erreichten das Ziel des härtesten Single-Day-Endurorennens der Welt. Damit lieferten die E-Bikes einen eindrucksvollen Beweis dafür, dass das Konzept inzwischen auch unter härtesten Rennbedingungen konkurrenzfähig ist.


Allen voran Eddie Karlsson. Der Schwede hatte im Rennverlauf mit Bremsproblemen und kleineren technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, brachte seine Stark Varg EX aber dennoch auf den hervorragenden neunten Gesamtrang. Direkt dahinter folgte Graham Jarvis. Der mittlerweile 51-jährige Brite sorgte einmal mehr für Staunen und pilotierte sein mitentwickeltes Elektro-Motorrad ”Jarv-E” auf Platz zehn.


Komplettiert wurde das historische Elektro-Trio von Toby Martyn. Der britische Trial-Champion brachte eine weitere Stark Future auf Rang zwölf ins Ziel. Angesichts der extremen Belastungen bei Hindernissen wie ”Carl's Dinner”, ”Blakläder Zentrum am Berg”, ”The SegWAY”, ”Speedweek Machine” oder ”Dynamite” dürfte dieses Ergebnis weit über die Hard-Enduro-Szene hinaus Beachtung finden. Bereits beim Remus Rocket Ride Bewerb am Donnerstag gingen die ersten 4 Plätze an Stark-Varg-Piloten.


Graham Jarvis Jarv-E
Mit 51 Jahren erreicht GOAT Graham Jarvis elektrisch das Ziel

Der Erzberg am Weg in die Zukunft

Die Strecke selbst erwies sich auch 2026 als würdiger Gegner. Besonders die Entscheidung der Organisatoren, den legendären Abschnitt ”Carl's Dinner” in zwei getrennte Sektionen aufzuteilen, erhöhte den Schwierigkeitsgrad spürbar. Die Fahrer wurden vom Start weg gefordert und mussten über die gesamte Renndistanz höchste Konzentration bewahren.
Von den 500 gestarteten Teilnehmern erreichten letztlich lediglich 15 Fahrer aus zehn Nationen innerhalb des vierstündigen Zeitlimits das Ziel.


Neben den etablierten Spitzenfahrern feierten auch einige Debütanten ihre erste Zielankunft am Erzberg, darunter James Moore, Ashton Brightmore, Eddie Karlsson, Lorenzo Gandola, Toby Martyn und Ryder LeBlond.


Die Jubiläumsausgabe des Red Bull Erzbergrodeo wird damit nicht nur als Rennen des fünften Lettenbichler-Triumphs in Erinnerung bleiben. Sie markiert zugleich einen historischen Meilenstein für den elektrischen Antrieb im Hard-Enduro-Sport und könnte als jener Moment in die Geschichte eingehen, an dem die Zukunft endgültig am ”Berg aus Eisen” angekommen ist.


Erzbergrodeo 2026
15 Fahrer kämpften sich innerhalb des 4-Stunden-Zeitlimits bis zum Ziel

Endergebnis RED BULL ERZBERGRODEO 2026:
1. Manuel Lettenbichler (DE, KTM) 3:05:39,953 Stunden
2. Trystan Hart (CAN, KTM) 3:14:10,574
3. Mario Roman (ESP, Husqvarna) 3:18:10,926
4. Teodor Kabakchiev (BG, Sherco)
5. Mitch Brightmore (UK, GASGAS)
6. James Moore (RSA, Beta)
7. Michael Walkner (AUT, GASGAS)
8. Ashton Brightmore (UK, GASGAS)
9. Eddie Karlsson (SWE, Stark Future)
10. Graham Jarvis (UK, Jarv-E)
11. Lorenzo Gandola (ITA, Sherco)
12. Toby Martyn (UK, Stark Future)
13. Cody Webb (USA, Yamaha)
14. Dieter Rudolf (AUT, GASGAS)
15. Ryder Leblond (USA, Husqvarna)


Michi Walkner
Michi Walkner nach einjähriger Pause stark wie nie zuvor
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Bericht vom 08.06.2026 | 1.082 Aufrufe

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