Girls on Wheels: Töfftag nur für Frauen - unser Erfahrungsbericht

Wie sich ein Töfftag nur unter Frauen anfühlt

Schräglagentraining, Kurventechnik und eine Ausfahrt nur unter Frauen: Eindrücke vom Girls on Wheels bei Yamaha in Sursee, wo Bikerinnen ohne Druck dazulernen und Gas geben

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Einmal im Jahr verwandelt sich das Yamaha Center in Sursee in einen Platz, auf dem ausschliesslich Frauen das Sagen haben. Girls on Wheels heisst der Anlass, ein Töfftag von Frauen für Frauen, an dem Bikerinnen mit Lernfahrausweis oder Führerschein ihre Fahrtechnik vertiefen, Neues ausprobieren und sich ohne Hemmungen austauschen. Dahinter steht Yamaha Schweiz, das Ganze läuft mit Instruktorinnen, kleinen Gruppen und viel Zeit für jede Teilnehmerin.


Wir von 1000PS waren live mit einer Redakteurin mit dabei und haben den Tag als Teilnehmer mitgemacht, vom Schräglagentraining über die gemeinsame Ausfahrt bis zur Wheelie-Maschine. Wie sich so ein Kurs anfühlt, wenn der Druck von aussen fehlt und das gemeinsame Lernen im Vordergrund steht, lest ihr hier.


Kleine Gruppen, erste Schräglage: der Start in Sursee am Girls on Wheels

Getroffen haben wir uns am Morgen zwischen acht und halb neun in Sursee. Zuerst gab es ein kurzes Briefing zum Ablauf, danach ging es in die Gruppen, vier an der Zahl, mit jeweils einer kleinen Anzahl Teilnehmerinnen. Diese Aufteilung zieht sich als roter Faden durch den ganzen Tag, denn so bleibt jede Instruktorin nah an ihrer Gruppe und hat Zeit für die einzelne Fahrerin. Man steht nie in einer anonymen Masse, sondern bekommt Tipps, die auf einen selbst gemünzt sind.


Der erste Posten war das Schräglagentraining. Dafür stand eine Yamaha bereit, die an den Seiten mit Stützrädern versehen war, sodass man gefahrlos in die Schräglage gehen konnte. Man dreht Runde um Runde im Kreis und spürt, wie sich das Motorrad mit zunehmendem Winkel anfühlt. Unsere Instruktorin war hervorragend und erklärte auch die richtige Haltung auf dem Töff, damit überhaupt eine saubere Schräglage entsteht. Das war spannend und lehrreich zugleich, weil man das Gefühl in einem geschützten Rahmen aufbauen kann, ohne gleich das Risiko der Strasse mitzudenken.


Nach einer kurzen Pause folgte der Prüfungsparcours. Der ist vor allem für Lernfahrerinnen wertvoll, die ihre Töffprüfung noch vor sich haben, denn hier übt man Slalom, das Achterfahren und die Zehn-Meter-Strecke im Schritttempo. Interessant war, dass auch die erfahreneren Fahrerinnen davon profitierten, weil die langsamen Übungen die Feinkontrolle über das Motorrad schärfen. Zwischen den Posten gab es jeweils eine Pause, sodass genügend Luft blieb, um das Gelernte kurz sacken zu lassen.


Langsam rantasten: Schräglagentraining am Girls on Wheels in Sursee
Langsam rantasten: Schräglagentraining am Girls on Wheels in Sursee

Raus auf die Strasse: Ausfahrt und Kurventraining im Frauen-Konvoi

Nach den ersten Posten auf dem Platz ging es raus auf die Strasse. Wir starteten in Sursee und rollten über eine schöne Strecke durchs Grüne, vorbei an Wiesen, Feldern und weidenden Kühen. Unterwegs waren wir in einer etwas grösseren Gruppe zu zehnt, und das machte den besonderen Reiz aus, weil sich der Kurs für diesen Abschnitt zu einer richtigen Ausfahrt unter Gleichgesinnten verdichtete. Begleitet wurden wir von drei Instruktorinnen, eine an der Spitze, eine in der Mitte und eine als Schlusslicht. So blieb die Gruppe jederzeit zusammen und niemand verlor den Anschluss, was gerade auf einer gemeinsamen Runde ein gutes Gefühl gibt.


Zurück auf dem Gelände wartete das Mittagessen, und auch hier zeigte sich der grosszügige Rahmen des Anlasses. Wir konnten uns Salate nach Wahl zusammenstellen und danach eine Wurst vom Grill aussuchen. Gekühlte Getränke gab es den ganzen Tag über, was bei einem vollen Programm unter der Sonne mehr wert ist, als man vorher denkt. Diese Pause war ein willkommener Moment zum Durchatmen und zum Austausch mit den anderen Fahrerinnen.


Frisch gestärkt ging es zum Kurventraining. Unsere Instruktorin erklärte zuerst ihre Tipps und Tricks, wie man das Motorrad in der Kurve aufsetzt und welche Haltung am besten funktioniert. Auf dem Boden lagen Pylonen, an denen entlang wir die Kurven abfahren konnten. Auch hier zahlte sich die kleine Gruppe aus, denn jede Instruktorin nahm sich die Zeit für die einzelne Teilnehmerin und gab gezielte Rückmeldungen. So merkt man von Übung zu Übung, wie die Linie sauberer wird.


Durchatmen und austauschen: Die Mittagspause bot neben Salat und Grillwurst vor allem Zeit, sich mit den anderen Fahrerinnen zu unterhalten.
Durchatmen und austauschen: Die Mittagspause bot neben Salat und Grillwurst vor allem Zeit, sich mit den anderen Fahrerinnen zu unterhalten.

Sicherheit, die bleibt: Erste Hilfe und iXS Workshop in Sursee

Nach dem Kurventraining wurde es ernster, aber nicht weniger spannend. Im Workshop Erste Hilfe zeigte uns die Instruktorin, wie man bei einem Motorradunfall richtig handelt. Ein Thema blieb besonders hängen, nämlich die Frage, ob man den Helm einer verunfallten Person abnehmen soll oder nicht. Viele glauben, man dürfe den Helm wegen der Wirbelsäule keinesfalls anrühren. Liegt die Person am Boden und atmet nicht mehr, muss der Helm jedoch runter, damit man sofort mit der Reanimation beginnen kann. Auch die stabile Seitenlage funktioniert nur ohne Helm, weil das Gesicht nah am Boden liegen muss, falls sich die Person übergeben muss und sonst daran ersticken könnte. Dieses Wissen nimmt man gerne mit, weil es im Ernstfall wirklich zählt.


Danach gab es einen Einblick bei iXS. Die Marke stellte sich vor und erklärte ihr Angebot, darunter die Airbag-Westen, die im Sturzfall schützen. Ebenso ging es um das Layer-System, angefangen bei der Basisschicht, sodass man versteht, wie die einzelnen Lagen zusammenspielen. Zum Abschluss dieses Blocks folgten ein paar handfeste Mechanik-Basics, etwa wie man den Reifendruck richtig misst und die Kette reinigt. Das sind Handgriffe, die im Alltag oft liegen bleiben und die man nach so einer Erklärung endlich mit gutem Gefühl selbst erledigt.


m Erste-Hilfe-Workshop lernten die Teilnehmerinnen, wann der Helm einer verunfallten Person runter muss und wie man richtig reagiert
Wissen für den Ernstfall: Im Erste-Hilfe-Workshop lernten die Teilnehmerinnen, wann der Helm einer verunfallten Person runter muss und wie man richtig reagiert

Wheelie-Maschine, Motocross und ein Fazit über das Girls on Wheels Event

Zum Ausklang wurde es verspielt. Am Wheelie-Posten stand ein echtes Motorrad auf einer Trainingsvorrichtung, die das Überschlagen verhindert, sodass man das Gefühl eines Wheelies gefahrlos ausprobieren konnte. Auf der Strasse hat so ein Manöver nichts verloren, doch in diesem geschützten Rahmen darf man ruhig einmal spüren, wie es sich anfühlt. Am Anfang ist man verkrampft, und nach ein paar Versuchen wird es lockerer. Gleich daneben durften wir uns auf ein Motocross-Motorrad setzen und ein wenig Crossluft schnuppern, was dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz gab.


Am Ende bleibt ein rundum lehrreicher Tag. Wer noch am Anfang steht, nimmt einen ganzen Werkzeugkasten an Technik und Sicherheit mit, und wer schon lange fährt, findet in den langsamen Übungen und im Austausch trotzdem viel Neues. Der eigentliche Kern des Anlasses zeigt sich aber weniger in den einzelnen Posten als in der Stimmung.


Nur Frauen auf dem Platz, kleine Gruppen und Instruktorinnen, die sich Zeit nehmen, das schafft einen Rahmen, in dem man ohne Druck Fragen stellen und sich ausprobieren darf. Von Frauen für Frauen ist bei Girls on Wheels kein Slogan, sondern das, was den ganzen Tag über spürbar bleibt. Wir kamen mit vollem Kopf und einem breiten Grinsen nach Hause.


Weitere Informationen zu Girls on Wheels findet man unter diesem Link.


Strahlende Gesichter zum Abschluss: Nach einem langen, aber rundum schönen Tag bei Girls on Wheels überwiegen Erfolgsgefühle und pure Freude.
Strahlende Gesichter zum Abschluss: Nach einem langen, aber rundum schönen Tag bei Girls on Wheels überwiegen Erfolgsgefühle und pure Freude.

Bericht vom 03.07.2026 | 73 Aufrufe

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