Ducati Scrambler Icon vs. Triumph Trident 660 2021

Das vorgezogene 1000PS EM-Finale: England vs. Italien!

Das vorgezogene EM-Finale ist angepfiffen! Zonko und Vauli geben sich dem vielleicht wichtigsten Sport der Welt hin und zeigen sogar ihre kaum vorhandenen Kicker-Qualitäten! Team England gegen Team Italien - Ducati Scrambler Icon vs. Triumph Trident 660. Können die Italiener mit ihrem gewohnt lässigen Spielstil punkten? Oder haben doch die Briten mit mehr Power über das gesamte Spielfeld die Nase vorn?

Ein Traumfinale bahnt sich an, zwei Mannschaften, die schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr an einem EM-Finale teilgenommen haben! Ob es tatsächlich zu diesem Wunschtraum kommt, muss erst ausgespielt werden, wir wollten aber nicht so lange warten und pfeifen schon jetzt das 1000PS EM-Finale England vs. Italien an. Die beiden unterschiedlichen Mannschaften von Ducati und Triumph treten (der Spannung zuträglich) auch mit völlig unterschiedlichen Spieltaktiken an. Während die Scrambler Icon auf eine Zweier-Formation im 90 Grad-Winkel setzt, bildet die Trident 660 eine standfeste Dreier-Reihe. Diese allerdings mit weitaus kleineren Spielern, das Spielfeld wird mit drei Mann zu je 220 Kubik (insgesamt 660 Kubik) gefüllt, während die beiden Italiener mit je 400 Kubik beinahe doppelt so gross sind (insgesamt 803 Kubik).

Das Triebwerk der Triumph Trident 660 holt das erste Tor für England!

Das liesse eigentlich vermuten, dass die Italiener vor allem weit hinten im eigenen Strafraum und im Mittelfeld härter loslegen müssten, immerhin ballern sie mit maximal 66,2 Newtonmeter bei 5750 Schritten los, während die Engländer ihre 64 Newtonmeter erst bei 6250 Schritten erreichen. Allerdings wirken die Three Lions über das gesamte Spielfeld etwas spritziger als die Squadra Azzurra und können sich schliesslich bei der Mannschaftsstärke endgültig das erste Tor sichern: Die 81 PS bei 10.250 Touren sind den 73 PS bei 8250 Umdrehungen eigentlich in allen Spielsektoren überlegen.

Die Ducati Scrambler Icon verwertet den Elfmeter, die Triumph Trident 660 führt trotzdem

Bei den Themen Fahrwerk und Bremsen legen die Engländer sogleich das zweite und das dritte Tor nach, die Mannschaft Trident 660 spielt einfach äusserst souverän zusammen, kann die Unebenheiten im Rasen ausgezeichnet ausbügeln und wirkt sportlicher als die Italiener. Die Bremsen arbeiten ebenfalls ausgezeichnet zusammen, die beiden Verteidiger der Briten stehen grossartig und verzögern die Bälle sicher, während der Einzel-Verteidiger der Italiener etwas mehr Mühe und Kraftaufwand damit hat. Allerdings holen sich die Italiener sogleich einen Elfmeter, der sicher verwertet wird: Mit einem serienmässigen Kurven-ABS ist das Team Ducati Scrambler stets auf der sicheren Seite.

Bei der Ducati Scrambler geht es eher um den Lebens-, als um den Fahrstil

Und die Südländer können sofort einen Anschlusstreffer nachlegen, der Lenker als Mannschafts-Kapitän steht derart breitschultrig da, dass sich die Scrambler Icon unglaublich leicht und spassig durch jegliche Radien dirigieren lässt. Damit verblassen die zuvor erzielten Tore der Engländer - vorausgesetzt, man steht voll und ganz auf diesen locker lässigen Spielstil der Italiener, der dieses gemütliche Scrambler-Feeling in jedem Spielzug zelebriert. Da haben sich also zwei erfrischend unterschiedliche Mannschaften bei diesem 1000PS EM-Finale eingefunden, die Squadra Azzurra glänzt mit einer herrlichen Ruhe und Gemütlichkeit, die sich in jedem Spielzug abzeichnet. Da geht es gar nicht um den möglichst schnellen Sturm nach vorne sondern eher um den Spass an der Sache, die nach dem Spiel kommt - gemütliches Chillen am Strand oder auch vor dem Eissalon, denn die Dressen der Italiener sind wie immer ausserordentlich stylish und überzeugen mit italienischem Chic.

Im EM-Finale geht es um das Spiel, nicht um die einzelnen Spieler

Wer allerdings auf den traditionellen Stil der Three Lions steht, wird die klassische Uniform, gepaart mit mordernen Elementen wie LED-Beleuchtung und TFT-Display der Trident 660 lieben. Hinzu kommt, dass die Engländer trotz besserer Ausstattung (Traktionskontrolle, Fahrmodi, optionaler Quickshifter mit Blipper) mit weniger Budget auskommen - die Trident 660 ist in Deutschland und der Schweiz um über 1000 Euro bzw. Franken, in Österreich sogar um 2000 Euro günstiger! Bei diesem EM-Finale geht es allerdings um den Moment, um das Spiel und um die Emotionen, nicht darum, wie teuer die Spieler im Vorfeld eingekauft wurden.

Fazit: Ducati Scrambler Icon

Während die vielen verschiedenen Motorradgattungen immer mehr verschwimmen und sich überlagern, ist die Ducati Scrambler Icon tatsächlich der unkomplizierte und robuste Scrambler, der im Namen versprochen wird. Der breite Lenker erlaubt ein unglaublich einfaches Handling, da verzeiht man schnell, dass beim komfortorientierten Fahrwerk die Gabel nicht verstellbar ist, das Federbein in Zugstufe und Federvorspannung. Ebenso verzeiht man ihr, dass die vordere Einzelscheibe ziemlich viel Handkraft braucht, immerhin ist nun sehr löblich ein Kurven-ABS serienmässig verbaut. Der Rest der Ausstattung entspricht aber wieder dem minimalistischen Stil, der bei den (veralteten) LCD-Armaturen vielleicht sogar etwas übertrieben ist. Insgesamt überzeugt die Scrambler Icon aber vor allem mit ihrer gelungenen Optik, die schon im Stand vermittelt, worum es geht: Lebensstil statt Fahrstil!


  • klassischer Ducati V2-Motor mit Luftkühlung
  • bequeme Sitzposition
  • einfaches Handling
  • Kurven-ABS Serie
  • herrliche Scrambler-Optik
  • Armaturen schlecht ablesbar
  • nicht ganz billig

Fazit: Triumph Trident 660

Gleich vorweg, die Trident 660 ist teurer als die angestammte japanische Konkurrenz, in Österreich oder der Schweiz sogar erheblich teurer. Das sollte aber nicht weiter stören, immerhin bekommt man mit der feschen Engländerin ein Motorrad, das mindestens eine halbe Klasse über den restlichen Einsteigerbikes liegt. Der Motor ist kräftig und durchzugsstark, die Bremse packt sportlich zu, das Fahrwerk ist stabil und die Ergonomie passt zu einem Naked Bike, das mit umfangreichem Elektronik-Paket (Fahrmodi und Traktionskontrolle in Serie) betont erwachsen wirken will. Der Stilmix aus modernen und klassischen Elementen wirkt zudem sehr stimmig und hochwertig.


  • kräftiges Dreizylinder-Triebwerk
  • stabiles Fahrwerk
  • gute Bremsen
  • mehr Elektronik als in dieser Klasse üblich
  • interessanter Stilmix bei der Optik
  • optionaler Quickshifter mit Blipper
  • angemessener Preis für das Gebotene
  • nicht die Leichteste

Bericht vom 17.06.2021 | 14'366 Aufrufe

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