KTM Duke it! Test in Thailand 2015

KTM Duke it! Test in Thailand 2015

Alle KTM DUKEs auf einen Schlag. Nukleare Naked Bikes.

Erstmalig! Test aller KTM Duke Modelle in Thailand. 125 Duke, 200 Duke, 390 Duke, 690 Duke, 690 Duke R, 1290 Super Duke R und 1290 Super Duke RR. Breiteste Naked Bike Palette weltweit aus Österreich.

Nucleus heisst Kern, nuklear demnach kernig, was so eine Atombombe ja durchaus ist. Ziemlich viel Energie in einem ziemlich kompakten Paket. Auch KTM schnürt kleine Explosionskörper in ultraschlanke Gitterrohrrahmen. Die sexy 6 durfte ich erstmals gemeinsam an einem Ort testen, in Khao Yai/Thailand.

Duke Familie: Nicht nur ein Wort

Genau genommen 124,7 bis 1301 Kubik, 15 bis 180 PS. Noch mehr hat die Racing-Super Duke, aber dazu mehr an anderer Stelle. KTM war so in Entwicklung, Produktion und Rennsport vertieft, dass sie selbst nicht gemerkt haben, plötzlich vor der breitesten Naked Bike-Palette der Welt zu stehen. Sechs Naked Bikes einer Marke, einer Produktlinie: Duke. Keine in einen Rennstall gepferchten, nur entfernt Verwandte, keine Accessoires-alternierten Derivate ein und desselben Modells, sondern eine richtige Modellfamilie mit den gleichen Genen, dem gleichen Kern. Im Folgenden alle Schwestern im Kurzporträt.

125 Duke ABS

Nicht alles neu bei der KTM 125 Duke, aber doch einiges. Neue Griffe, neue, bequemere Sitzbank, neue Lichtmaschine, besser abgedichtete Blinker und Gabel, sowie ein Gasgriffanschlag von nur mehr 77°. Also weniger drehen für mehr Umdrehungen. Die Änderungen betreffen auch die 200er und 390er, weil KTM keine halben Sachen macht. Ich bin alt genug, um sagen zu können: "Wenn es das damals nur gegeben hätte". Aber damals gab's nur Derbi oder Vespa und mir waren mit 16 Dosenbier und Vagina wichtiger. So einfach ist das. Die 125 Duke ist perfekt für junge Actionhelden und Erwachsene, die sich mit dem B-111 nicht mit einem Roller begnügen wollen. Alle anderen sind mit 18 der 125er entwachsen.

200 Duke ABS

Für mich das maximal Kleinstmögliche, oder das maximal Minimale, was auch einen richtigen Motorradfahrer mit über 20 und ein paar Jahren Berufserfahrung glücklich macht. 10 PS mehr gegenüber der 125er machen sich deutlich bemerkbar, weshalb die 200er sogar in der Wheelie-Schule Dirk Manderbach zum Einsatz kommt. Geometrisch genau die 125er und nur unwesentlich schwerer. (129,5 kg statt 127 kg ohne Treibstoff) Wurde mir auf der Landstrasse nicht fad, in der Stadt sowieso eine Attackierkante. Weil aber die Jungen und B-111er nur Achtelliter lenken dürfen und die Grossen gleich zur 390er greifen, ist die Zweitkleinste bei uns nicht erhältlich.

390 Duke ABS

Hier beginnt es, ernst zu werden. Die 390er hat nicht nur 44 PS bei einem Gewicht von lächerlichen 139 kg (leer) und der Geometrie einer 125er, sie wird jetzt auch serienmässig mit einer Anti-Hopping Kupplung ausgestattet (weitere Neuerungen siehe 125er Text). Nur ein weiterer Beweis dafür, wie ernst KTM die kleineren Kubaturen nimmt, aber nicht der einzige. Die 390 gibt es weltweit in allen (90) von KTM belieferten Märkten in 11 verschiedenen Ausführungen! Wheelies sind mit ihr keine Kunst mehr, alles wird zum Kinderspiel, deshalb sind Blödeleien an der Tagesordnung. Wird zwar noch zu den drei Kleinen gezählt, ist aber in Wahrheit genau im Mittelfeld. Mittlere Reife sozusagen. Die 690er ist trotzdem noch weit entfernt. 2015 rollt die 390 Duke auf Pirelli Diablo Rosso II.

690 Duke / R ABS

70 PS aus einem Einzylinder bezahlte man früher mit begrenzter Standfestigkeit und regelmässigen Besuchen in der Werkstatt seines Vertrauens. Die 690er läuft und läuft und läuft. Kratzt dabei schon mal an der 200 km/h-Grenze, frisst Kurven wie Calli Knödel, ist sich für Alltagsverkehr trotzdem nicht zu schade. Dem hochgezüchteten 690er hat man mit elektronisch gesteuerter Drosselklappe und Doppelzündung Manieren beigebracht, Vibrationen halten sich in Grenzen, der Sound aber auch. Die R-Variante hat den Akrapovic serienmässig dabei und ab 2015 auch leucht-orange Felgen. Das macht was her und passt hervorragend zum orangen Rahmen. Ein Supermoto-Halbblut, das - wenn ich meine finanziellen Mittel realistisch betrachte - immer noch das Modell meiner Wahl wäre. Eines der Top-3 Funbikes weltweit, heuer mit neuen Graphics und rollin' on Metzeler Sportec M7 RR.

1290 Super Duke R ABS

Lustig ist das nicht mehr, aber sehr spassig und extrem aufregend. Man muss mindestens sowas wie die 690er Duke bezwungen haben, um sich dem Endgegener stellen zu dürfen. Zweizylindriger D-Zug, der sich durch den Asphalt schaufelt wie ein Mudracer durch die Schlammlacke. Man muss nicht nur emotional, sondern auch körperlich sehr an ihr hängen, um sie nicht zu verlieren. Kraftlos geht hier nichts mehr, wenn die Fliehkräfte ins Unmenschliche steigen. Dennoch ist das Handling für eine 1300er sensationell, auch mit der Super Duke kann man von Kurvenein- bis Ausgang in jeder Schräglage millimetergenau und blitzschnell korrigieren, der breite Lenker am schlanken Gerät verstärkt die Hebelwirkung. Bei dieser Optik nimmt ihr zwar niemand ab, dass sie es auch entspannt angehen kann, aber das stört den stolzen Besitzer nicht. Bleibt sie in der öffentlichen Wahrnehmung eben einfach nur "The Beast".

Fazit: KTM 690 Duke

Zählt zu den spassigsten Motorrädern überhaupt. Im Gegensatz zu früheren Actionbikes wie beispielsweise einer Husaberg FS650E, bei der der Spass erst begonnen hat, wo die Fahrkünste der meisten Piloten geendet haben und die sehr anstrengend zu fahren war, ist die 690er ein sehr umgänglicher Charakter, der sich nicht so leicht reizen lässt. Ausserdem ist der Komfort zu früheren Generationen deutlich besser geworden, seit man nicht mehr auf einem geraden Buckel sitzt. Nur für überlange Körper kann der Platz mitunter eng werden. Besonders im weiteren urbanen Umfeld zu Hause, aber mit fast 200 km/h Vmax kann man auch schon mal die Erbtante im Ausland besuchen.

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Vorteile
  • neue, reduzierte Graphics
  • elegante Statur
  • Supermoto-Gene
  • guter Sound
  • spritzig und agil
  • wenig Vibrationen
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Nachteile
  • Optik der letzten Duke war schärfer
  • auf langen Strecken immer noch anstrengend
  • hohe Sitzhöhe

Fazit: KTM 690 Duke R

Das Quäntchen mehr Duke, das man sich leisten sollte. Optisch aufgemotzt, mit Akrapovic und 2015 auch mit orangen Felgen. Genau so würde man sie sich ja ohnehin herrichten wollen. Dann eben noch ein paar Euro weglegen, Überstunden schieben und jene 690 Duke kaufen, an der es dann wirklich nichts mehr zu verbessern gibt. Ausser, man mag es noch besonderer.

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Vorteile
  • 70 PS Einzylinder!
  • orange Felgen
  • Power Parts serienmässig
  • Akrapovic
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Nachteile
  • Optik der letzten Duke war schärfer
  • auf langen Strecken immer noch anstrengend
  • hohe Sitzhöhe

Fazit: KTM 125 Duke

Für 16-jährige und B-111-Besitzer ist die KTM 125 Duke ein Segen, weil sie keine kleine Mopedmarke ist, sondern eine richtige Motorradmarke mit sportlichem Prestige und hohem Coolness-Faktor. Dem Schulalter entwachsene Motorradfahrer werden Leistung vermissen und die kleinste Duke eher für sehr kurze Alltagswege benutzen, wenn überhaupt. Ich würde ihr dann eher einen Roller vorziehen, der hat auch noch Stauraum.

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Vorteile
  • extrem leicht
  • coole Optik
  • eine echte Duke
  • Power Parts zur Individualisierung
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Nachteile
  • bescheidene Leistung
  • wenig Komfort

Fazit: KTM 200 Duke

Der erste Schritt Richtung richtiges Motorrad. 10 PS mehr als die 125er sind keine Kleinigkeit, für uns Mitteleuropäer aber eigentlich auch kein Thema. Denn die 200er wird bei uns nicht verkauft. 16-jährige und B-111-Fahrer dürfen nur die 125er fahren, Aufsteiger greifen gleich zur 390 Duke, bleibt also kein Platz für die 200er, die nur in anderen Ländern weit jenseits unserer Landesgrenzen gut verkauft werden.

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Vorteile
  • deutlich stärker als die 125er
  • wird in der Wheelieschule eingesetzt
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Nachteile
  • in unseren Ländern nicht erhältlich

Fazit: KTM 390 Duke

"I'm not a girl, not yet a woman" sang Britney Spears mit unschuldig-erotischer Stimme, und wollte damit alle Welt glauben machen, sie würde nicht schon längst mit Justin Timberlake fi...Na jedenfalls handelt es sich also um eine Übergangsphase, wie sie auch die 390 Duke mit ihrem Wesen beschreibt. Keine kleine mehr, aber auch noch keine grosse Duke, liegt die 390er genau in der Mitte. Man sollte sie nicht unterschätzen, sich aber auch nicht zuviel erwarten. Wer das beachtet, der wird viel Spass mit ihr haben, sogar auf einer nicht allzu schnellen Rennstrecke. (Allerdings sollten dann nicht zu viele Tausender unterwegs sein.) Ein federleichtes Handling wie ein Moped, aber bereits so stark wie manches 600er Funkbike aus den letzten 10 Jahren.

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Vorteile
  • Anti-Hopping-Kupplung
  • angenehme Leistung
  • kompakte Geometrie
  • niedriges Gewicht
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Nachteile
  • für Grossgewachsene etwas eng

Fazit: KTM 1290 Super Duke R

Das "Beast" steht weit über allen anderen Dukes, nicht nur, weil die 1290er als einzige über zwei Zylinder verfügt, sondern vor allem deshalb, weil sie 2,6- bis 12-mal so stark ist wie ihre Geschwisterlein. Gibt einem schon zu denken, wenn man das so liest, denn es handelt sich schliesslich auch nur um ein Motorrad, das gerade mal 200 kg wiegt. Die Kraft ist brachial und bekehrt auch strenge Puristen und Nostalgiker, die sich elektronischen Fahrhilfen bisher verweigert haben.

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Vorteile
  • brutale Leistung
  • niedriges Gewicht
  • superagiles Handling für eine 1300er
  • extreme Optik
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Nachteile
  • nichts für Anfänger
  • Unruhe bei niedrigen Drehzahlen
  • schwierige Rennstreckenabstimung
  • hässlicher Auspuff

Bericht vom 12.03.2015 | 27'804 Aufrufe

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